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Vortrag zum Einbruch-Frühwarnsystem FRED

22.11.2024  
von Mathias Rucht anlässlich der Gemeinschaftsleitertagung in Celle am 26.10.2024

Einleitend freute Rucht sich, dass ihm Gelegenheit gegeben wird, im Rahmen der Partnerschaft mit dem VWE ein drahtloses Alarmsystem der Fa. Suritec vorzustellen und dass er seine Vorführung nicht als Verkaufsveranstaltung ansieht.

Zu seiner Person führte Rucht aus, dass er sich vor etwa zwei Jahren selbständig gemacht hat und dass er selbst vor fünf Jahren Opfer eines Einbruchsversuch war. Obwohl eine Versicherung für den materiellen Schaden aufgekommen ist, bleibt immer das ungute Gefühl, dass jemand im Haus gewesen ist und in den Sachen herumgewühlt hat. Viele Frauen sind davon so traumatisiert, dass sie in dem Haus nicht mehr wohnen wollen. Deshalb hat Rucht sich das von ihm hier vorgestellte Frühwarnsystem (nachfolgend auch als FRED bezeichnet) schon gekauft, als er noch nicht dessen Vertrieb übernommen hat.

Grundsätzlich riet Rucht – wie es auch die Polizei empfiehlt – zunächst dafür zu sorgen, dass Fenster und Türen durch mechanische Sicherungen dem Einbrecher das Leben so schwer wie möglich zu machen. Hierzu zählen Fenster mit Pilzköpfen und abschließbaren Griffen sowie zusätzliche Schlösser an den Eingangstüren.

Zu klassischen Alarmsystemen führte Rucht aus, dass diese auf der Basis von Schließkontakten an Fenstern und Türen funktionieren sowie oft durch Bewegungsmelder ergänzt werden. Diese geben erst Alarm, wenn der Einbrecher sich im Haus befindet und das Fenster bzw. die Tür stark beschädigt ist. Bewegungsmelder können leicht einen Fehlalarm auslösen, wenn sich ein Insekt dem Melder nähert oder sich eine Maus im Raum bewegt.

Das von ihm vorgestellte kabellose Einbruch-Frühwarnsystem FRED basiert auf der digitalen Analyse von Infraschallwellen (unter 16 Hertz). Es erfordert kein Verlegen von Kabeln oder einen Einbau, sondern benötigt nur eine 230-Volt-Steckdose. Da es nur auf fremderzeugte Infraschallwellen reagiert, erzeugt es keine permanente Funkstrahlung und somit keinen Elektrosmog. 

Als nächstes demonstrierte Rucht die Funktion seines etwa schuhkartongroßen Alarmsystems. Er sagte, dass die Box an jedem beliebigen Ort innerhalb des zu überwachenden Objektes positioniert werden kann und stellte die Box auf einen Tisch. Dann schaltete er sie mit Hilfe einer Fernbedienung scharf und ging zu einer Terrassentür. Dort simulierte er einen Einbruchsversuch, indem er die Tür unnormal öffnete. Sofort ertönte zur Überraschung aller ein durchdringendes Alarmsignal (im Testmodus) von fünf Sekunden. Dieses Alarmsignal wird auch ausgelöst, wenn das Ereignis in anderen Räumen oder sogar im Obergeschoß erfolgt. Bedingung ist allerdings, dass es sich nicht um geschlossene Räume handelt, sodass die Infraschallwelle z.B. durch einen Türspalt bis zum Gerät gelangen kann. Um Abhilfe zu leisten, kann der FRED auch mit Magnetkontakten und Bewegungsmeldern erweitert werden.

Anschließend informierte Rucht darüber, welche Möglichkeiten nach dem Auslösen eines Alarms bestehen:

  1. Weil das Alarmsignal eventuell draußen nicht wahrgenommen wird, ist es sinnvoll, eine oder mehrere Außensirenen anzubringen. Diese zeigen dem Einbrecher, dass er wahrgenommen wurde und halten ihn im Idealfall davon ab, seinen Einbruchsversuch fortzusetzen. Er weiß nicht, an wen dem Alarm weitergeleitet wird.
  2. Mit Hilfe eines Zusatzmoduls kann der Alarm an bis zu drei beliebigen Telefonnummern per Anruf oder SMS weitergeleitet werden. Auch ein Sicherheitsdienst kann eingebunden werden.
  3. Gesetzlich geregelt ist, dass nach einer Minute der ausgelöste Alarm verstummen muss. Während sich bei den meisten klassischen Alarmsystemen die Anlage nicht wieder von allein scharf stellt, schaltet sich FRED nach einer Minute selbstständig wieder scharf und löst erneut Alarm aus, wenn der Einbrecher nicht von seinem Vorhaben abgelassen hat.

Zu Preisen bemerkte Rucht, dass für effiziente Alarmanlagen immer vier- bis fünfstellige Summen ausgegeben werden müssen. Für FRED nannte er die Preisspanne von 4000 bis 6000 Euro. Er hob hervor, dass seine Alarmanlage nicht über eine App angesteuert wird, die eine Verbindung zum Internet benötigt und damit einen Hackerangriff möglich macht. Die Signalübertragung erfolgt durch eine Fernbedienung deren Signal verschlüsselt ist und nicht abgefangen werden kann da jeder Knopfdruck einen geänderten Code generiert. Weiterhin verfügt die Fernbedienung über einen Paniktaste, die entsprechend einem Hausnotruf gleichkommt und z.B. vorprogrammierte Telefonnummern anruft. Dieser Notruf wird unabhängig vom Einschaltzustand von FRED ausgelöst.

Abschließend wies Rucht darauf hin, dass der ständig steigenden Zahl der Einbrüche – egal mit welcher Maßnahme – entgegengewirkt werden muss. Einbrüche erfolgen nicht nur in Großstädten, sondern kommen auch vermehrt auf dem flachen Land vor. Danach bot er an noch offene Fragen zu beantworten.

Fragen, die während und nach dem Vortrag gestellt und beantwortet wurden

Frage zu vermieteter Wohnung im Obergeschoss: Sofern es sich um eine abgeschlossene Wohnung handelt, wird diese nicht mit überwacht. Im Fall eines offenen Treppenhauses kann die obere Wohnung mit überwacht werden. Bei der Installation von FRED kann die Box so eingestellt werden, dass ein normales Bewegen in der Wohnung keinen Alarm auslöst.  

Frage zu Garantie und Service: FRED wird in Deutschland (Filderstadt) hergestellt. Damit sind Ersatzteile kurzfristig verfügbar und Rucht kann als Einmannbetrieb auch kurzfristig Arbeiten ausführen. Die Garantiezeit beträgt 5 Jahre.

Frage zur Zertifizierung: Üblicherweise werden Alarmanlagen zertifiziert. Gibt es für FRED auch ein Zertifikat? Nein. Zertifikate gibt es für viele klassische Systeme. Die Infraschalldetektion ist bei Alarmanlagen noch nicht ausreichend verbreitet, so dass es noch keine entsprechenden Prüfverfahren gibt und Berichte in Fachzeitschriften, wie SAFE Home und „ Die Kriminalpolizei “, liegen Sachverständigen-Gutachten aber vor! Rucht sagte, dass es so ist, als wenn man Elektroautos nach Verfahren für Verbrennerautos testen würde. Rucht bedauerte auch, dass selbst die Abteilung für Kriminalprävention der Polizei – zu deren Aufgaben auch die Beratung zum Einbruchschutz gehört – sich mit dieser neuen Technik noch nicht auskennt.

Wie reagiert FRED auf Infraschallquellen wie Windräder, Wärmepumpen, Lastwagen o.ä.: Rucht sagt, dass er bisher keine Fehlalarme durch o.a. Schallquellen erlebt hat. Jedoch gab es einen Fall in dem ein großes Rolltor einen Fehlalarm durch eine Orkanböe verursacht hatte.

Zusammenfassung: Werner Muck



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